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Von Bergen und Berlin

Die Zeit fliegt und schon bin ich wieder seit knapp zwei Wochen zurück in Berlin, habe die erste Woche in meinem neuen Job hinter mich gebracht, viele Freunde getroffen…. aber immer noch keine eigene Wohnung gefunden. Das ist auch kein Wunder. Mir fehlen noch so viele Unterlagen, dass es sich kaum lohnt, wirklich  zu suchen und sich mit gefühlten 100 Gutverdienern um einen einzigen Mietvertrag zu schlagen. Gerade wenn man eine Weile nicht in Deutschland gelebt hat, ist es nämlich ganz schön kompliziert an ach so wichtige Unterlagen wie eine Schufa-Auskunft zu kommen. Und ohne Schufa-Auskunft kein Mietvertrag. Und dann sind da ja auch noch die monatelangen (nicht übertrieben) Wartezeiten für die Anmeldung beim Bürgeramt, Aber ohne Anmeldung keine Schufa-Auskunft. Und so weiter und so fort. Das ganze erinnert mich ein klein wenig an das Eröffnen eines Bankkontos in England vor über einem Jahr.

Ich freue mich trotzdem schon ziemlich darauf, mir die unzähligen Altbaupaläste für 400 Euro warm direkt an der Ringbahn anzugucken, die nur darauf warten, dass ich und mein Bücherregal einziehen. Oder so ähnlich. Früher oder später wird sich sicher eine Wohnung finden lassen –  die Definition eines Palastes ist ja sowieso relativ. Und solange versuche ich mich wieder richtig einzuleben und vielleicht auch die eine oder andere neue Ecke der Stadt zu erkunden. So ein Umzug bzw. viel zu viele Wohnungsbesichtigungen in unterschiedlichsten Bezirken, bieten ja eine ganz gute Möglichkeit dazu. Auch wenn ich schon merke, dass ich eigentlich wieder in genau dieselben Bars, Kinos und Einkaufszentren gehe, wie noch vor eineinhalb Jahren. Und zudem ein bisschen bequem geworden bin. Aber es ist ja auch Jahresanfang und man muss sich erst wieder daran gewöhnen, dass es nicht mehr an jeder Ecke Glühwein gibt und die Prioritäten der Woche  Geschenkeeinkauf, Raketeneinkauf und Plätzchenessen lauten.

So schlimm war es aber eigentlich gar nicht. Ich habe Heiligabend und die Feiertage nämlich in einem Hotel in der Nähe von Innsbruck verbracht – und musste mir daher um nicht besonders viel Gedanken machen. Außer vielleicht um die Tatsache, dass es weit und breit keinen Schnee in Tirol gab, eigentlich der Hauptgrund warum mein Vater Weihnachten unbedingt in den Bergen verbringen wollte. In der ersten Version des Textes hatte ich  übrigens statt „verbracht“ ungemerkt „verpasst“ geschrieben. Ich frage mich gerade, ob mir das mehr sagen sollte, als dass es eben wirklich keine weißen Flocken gab.

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Gelohnt hat es sich dennoch. Auch wenn ich eigentlich kein besonders großer Fan einsam gelegener Bergdörfer, der Alpen überhaupt und in zu enge Täler gebauter Städte bin, fand ich Innsbruck wirklich hübsch anzusehen. Und das Highlight: es gibt dort eine Tram. Und zwar nicht nur eine gewöhnliche Tram, die sich quietschend durch die Gassen der Innenstadt schlängelt, sondern auch so etwas wie eine Bergtram. Die Linie 6 durchquert nämlich auf ihrem Weg von Innsbruck ins wenige Kilometer entfernte, sehr urig wirkende, aber von Touristen bevölkerte Dorf Igls, das ein oder andere Waldstück. Und beim Blick aus dem Fenster hat man zum Teil einen wirklich hübschen Blick  auf die Alpen. Tramfahren mit Aussicht – besser kann man meiner Meinung nach gar nicht von A nach B kommen.

 

 

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In den Berliner Trams kann ich nun leider kein so idyllisches Panorama mehr bestaunen (und muss deshalb auch nicht mehr meinen Handyspeicherplatz mit verwackelten Videoaufnahmen aus Tramfenstern strapazieren). Aber Spaß macht es trotzdem, wieder in im besten Fall nach Bier riechenden, vollgestopften U-Bahnen und verspäteten S-Bahnzügen zu sitzen. Das hatte ich nämlich wirklich und ernsthaft sehr vermisst.

 

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