12067991_10153684274267700_1741241935_n (Kopieren 1)

Der Sandwich-Guide

Ich liebe Sandwiches – und bin damit in England natürlich genau richtig. Hier gibt es fertig abgepackte oder frische Sandwiches in wirklich allen Variationen: vom klassischen Egg and Cress Sandwich über das eher langweilige Tuna and Sweetcorn Sandwich bis hin zum Smoked Mackerel and Roasted Beetroot Sandwich in limitierter Edition für den Herbst (das schmeckt übrigens erstaunlicherweise wirklich gut). Ich bin jedenfalls dauernd auf der Suche nach neuen Sandwichkreationen in den Kühlregalen von Sainsbury’s, Morrisons, Tesco und Co. Und nach den besten Angeboten. Wirklich billig sind fertige Sandwiches nämlich nicht – außer man erspäht eines der kurz vor dem Ablaufdatum stehenden Exemplare. Dann kann man auch schon mal zwei große, mehr oder weniger aufregend belegte Sandwiches für ein Pfund mit nach Hause nehmen.

12181818_1082757298414743_882871144_n (Kopieren 1)

Sandwiches schmecken aber nicht nur gut. Sie haben zum Teil auch interessante Geschichten – und eigene, ausführliche Wikipedia-Artikel. Da wäre zum Beispiel das eigentlich eher unspektakuläre Cucumber Sandwich bestehend aus Gurke und zwei dünn gebutterten Weißbrotscheiben – idealerweise ohne bzw. mit abgeschnittener Rinde. Klingt nicht besonders aufregend? Stimmt. Dennoch steht das Cucumber Sandwich möglicherweise wie kein anderes Sandwich für die britische Upper Class des viktorianischen Zeitalters. Die hatte es nämlich nicht nötig mit einem einzelnen Sandwich genügend Kalorien für die nächsten Stunden harter körperlicher Arbeit zusammen zu bekommen. Das Cucumber Sandwich diente stattdessen als leichter Snack zum Afternoon Tea an heißen Sommertagen (naja, für englische Verhältnisse heiße Sommertage). Als solches bzw. als mehr oder weniger dezenter Hinweis auf die entsprechende Klassenzugehörigkeit der Protagonisten fand es dann auch Eingang in die Weltliteratur – zum Beispiel in Oscar Wildes „The Importance of Being Earnest“.

Und wer wissen möchte, wie man das perfekte Cucumber Sandwich zubereitet, der sollte sich diese ausführliche und humorvolle Anleitung des Guardian einmal genauer durchlesen. Man hat ja keine Vorstellung davon, was man beim Belegen von Weißbrot mit Gurke so alles falsch machen kann.

12067991_10153684274267700_1741241935_n (Kopieren 1)

Das genaue Gegenteil des nährstoffarmen Lieblingssandwiches der viktorianischen Upper Class stellt das Ploughman’s Sandwich dar – das kann man ja schon ganz gut am Namen erkennen (Ploughman bedeutet Ackermann). Das mit Käse (meistens Cheddar), Pickle und Salat belegte sowie meistens mit Mayo oder im besseren Fall würziger brauner Sauce bestrichene Sandwich ist aber keineswegs so historisch wie der Name vermuten lässt. Es geht vielmehr auf eine Marketinginitiative des britischen Cheese Bureau in den 1950ern zurück, welche den Absatz von Käse nach Zeiten der Rationierung wieder ankurbeln sollte. Zu diesem Zweck wurde der sogenannte Ploughman’s Lunch beworben – eine Pub-Brotzeit bestehend aus  Käse, Pickle, Brot und wahlweise Ei oder Schinken. Und weil die Marketingkampagne offenbar gut funktionierte, sprang die „Sandwichindustrie“ auf den Zug auf und begann Ploughman’s Sandwiches abzupacken und in die Kühlregale zu stellen. Meiner Meinung nach keine schlechte Idee. Das Ploughman’s Sandwich ist definitv neben eher untraditionellen Sorten wie Falafel- oder Beetroot Sandwiches und dem klassischen Prawn Mayonnaise Sandwich eines meiner Favoriten.

Wer mehr über den Ploughman’s Lunch lesen mag und wie man ihn am besten (nicht) isst, guckt am besten hier nach.

Und ansonsten sollte man am besten einfach alle Sandwiches, die es so gibt, einmal durchprobieren (und danach unbedingt ihren Wikipedia Eintrag lesen).

11653487_1082757288414744_1279517324_n (Kopieren 1)

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>