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Fleischlos durch England

Als ich mit 14 aufhörte Fleisch zu essen , führte das öfter mal zu kleineren  Familiendramen (obwohl ich bis heute  Fisch esse, also keine Vegetarierin, sondern eher Pescetarierin bin, falls man das denn labeln möchte). Nämlich meistens dann, wenn meine Eltern mich zum sonntäglichen Mittagessen oder Weihnachtsessen, Osteressen, Geburtstagessen in einen dieser typisch fränkischen Landgasthöfe mitnehmen wollten – und die Speisekarte als einzige fleischlose Alternative neben Sauerbraten, Schäuffele und Co. mit viel Glück einen kleinen Salatteller hergab. Und kleiner Salatteller bedeutete nicht nur wirklich klein, sondern vor allem auch frisch aus dem Plastikbecher mit viel Essigdressing. Hatte man richtiges Pech, gab es aber überhaupt nur „Soß mit Kloß“ und vielleicht als Highlight Blaukraut. Das ist lange her, aber in oberfränkischen Dorfgaststätten sind die Speisekarten meines Wissens nach auch heute noch nicht voll mit ausgefeilten vegetarischen Gerichten.

In englischen Pubs sieht das glücklicherweise etwas anders aus. Neben mehreren fleischhaltigen Sunday Roast Varianten, findet sich in der Regel doch zumindest eine vegetarische Alternative auf der Karte. Eine meiner liebsten fleischlosen Sunday Roast Kreationen ist der Nut Roast – und zwar mit gigantischem Yorkshire Pudding. Wer gerade keinen englischen Pub um die Ecke hat, kann den Nut Roast natürlich auch selbst machen. Ich habe mal ein Rezept des BBC Food Blogs herausgesucht. Allerdings habe ich es noch nicht getestet – schließlich bin ich keine großartige Küchenfee und der Pub um die Ecke bekommt den vegetarischen „Braten“ sicher deutlich besser hin als ich. Aber für alle Kochmotivierten findet sich hier zusätzlich ein Rezept bzw. ein Rezeptvideo zur Zubereitung von Yorkshire Pudding von Jamie Oliver. Vielleicht bekommt ihr es ja genauso gut hin wie die englischen Pubs.

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Aber nicht nur in Pubs sind die Speisekarten voll mit interessant klingenden (und meist auch gut schmeckenden) fleischlosen Gerichten. Auch in den Kühltheken von Tesco, Morrisons und Co. ist die Auswahl an Fleischersatzprodukten erstaunlich groß. Mein Favorit: die Produkte von Quorn. Quorn wird aus fermentiertem Myzel hergestellt, einer Art Schimmelpilz. Klingt eklig? Schon irgendwie. Aber ich habe noch nie so gute vegetarische „Hühnchenfilets“ oder leckeren vegetarischen „Bacon“ gegessen, dessen Konsistenz tatsächlich irgendwie an Fleisch erinnert. Außerdem enthalten die Produkte verglichen mit den in Deutschland erhältlichen vegetarischen „Würsten“ und „Steaks“ verhältnismäßig wenig Kalorien. Der Nachteil: Quornprodukte sind leider nicht bio. Vielleicht ist das auch der Grund, dass man sie in Deutschland bislang nur recht selten findet und die Auswahl auch entsprechend kleiner ist.

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Prinzipiell ist England ziemlich vegetarierfreundlich. Im Verhältnis zur Größe der Stadt gibt es zumindest in Leeds wirklich viele vegetarische und vegane Cafes und alle Burgerläden habe immer auch einen oder mehrere vegetarische Burger auf der Karte. Nur Bio ist eben nicht ganz so verbreitet wie in Deutschland oder besser gesagt in Berlin. Ach ja, und einen „Vöner“ konnte ich bislang auch nirgendwo finden.

 

 

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