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Neues Jahr – und nun?

Wie furchtbar schlimm das Jahr 2016 war, darüber wurde ja nun hinlänglich geschrieben, geredet und geklagt. Ich finde „schlimm“ trifft es auch gar nicht wirklich. Schlimm klingt zu verharmlosend. Ich finde es war, zumindest was das weltpolitische und öffentliche Geschehen angeht, vor allem ein völlig abstruses Jahr. Ein Jahr wie eine Ohrfeige – von jemandem dem man das nie zugetraut hätte. Und ich habe wenig Hoffnung für das neue Jahr. Leider. Vielleicht gibt es diesmal statt Ohrfeigen richtige Prügel?

Privat war das Jahr 2016 für mich über weite Teile hinweg zumindest aufregend: neuer Job, neue alte Stadt, neue Wohnung (und dazu die erste, die ich ganz für mich habe). Ob das Jahr 2017 so viel neues bringt, wage ich zu bezweifeln – und vielleicht wäre das ja auch gar nicht so schlimm. Es wäre nur schön, wenn ich vielleicht ein paar meiner wenigen Neujahrsvorsätze einhalten könnte (bislang ist da noch nicht viel draus geworden): mich politisch/sozial engagieren, bewusster konsumieren in jeder Hinsischt, mal alleine verreisen (zumindest für einen Städtetrip) und vielleicht dann doch mal wieder öfter laufen gehen.

Trotz gewisser Stagnation an der Neujahrsvorsatzumsetzungsfront habe ich immerhin schon so einige interessante Dinge im Januar getan. Und somit auch ein paar Tipps gesammelt.

Gesehen:

Im Theater: Das Koohlhaas-Prinzip – Maxim Gorki Theater

Ziemlich aufwendige Inszenierung und ziemlich interessantes Stück. Ich bin keine Theaterkritikerin, aber ich fand das Stück gut gemacht und absolut sehenswert. Natürlich, selbstverständlich auch mit einer (recht großen) Prise Gesellschaftskritik versehen. Die nächste Vorstellung ist übrigens am 11. Februar.

Im Kino: Die Blumen von Gestern

Weil ich ein großer Lars Eidinger Fan bin und zudem ziemlich interessiert an allem, was mit der Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu tun hat, konnte der Film schon mal nicht so viel falsch machen. Und hat er ja auch nicht. Die Dialoge waren aber zugegebenermaßen  dann doch etwas zu gewollt und naja, man hätte manche Aspekte auch ruhig etwas feiner darstellen und tiefsinniger betrachten können. Trotzdem gut anzusehen.

Museum: Golem im Jüdischen Museum.

Ich gehe nicht immer gern ins Museum und langweile mich auch schnell. Das Jüdische Museum ist aber mein Lieblingsmuseum – und ich bin trotzdem viel zu selten dort. Nun habe ich die Sonderausstellung Golem besucht, die sich der Schaffung künstlichen Lebens widmet  und dem Mythos vom Menschen geschaffener Kreaturen, die sich anschließend gegen ihn wenden. Ganz interessant und gut verdaulich. Aber ehrlich gesagt: die Dauerausstellung des Jüdischen Museums finde ich viel spannender.

 Gegessen:

Einer meiner Vorsätze (naja kein Neujahrsvorsatz aber eben ein allgemeines Vorhaben) ist mehr selbst zu kochen und zu backen. Ich bin nämlich ein großer Fan von Tiefkühlpizzen und man kann mich auch mit Nudeln und Pesto aus dem Glas sehr glücklich machen. Ein bisschen Abwechslung wäre da vielleicht nicht verkehrt.

Shakshuka

Arbeitsbedingt bin ich auf das Rezept für Shakshuka gestoßen. Und seitdem gibt es das nodarfirkanische/jüdische Pfannen-Matsch-Essen mindestens einmal die Woche bei mir. Vor allem wohl weil es super einfach, schnell und günstig ist – und pochierte Eier enthält.

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Man braucht dafür nur:

  • zwei Paprika
  • eine Dose gestückelter Tomaten
  • zwei Eier
  • 2 TL Harissa
  • eine Zwiebel
  • Olivenöl
  • Kümmel
  • Koriander
  • Salz
  • Pfeffer
  • Knoblauchpulver

Letztendlich brät man einfach die Zwiebel und die Paprikastücke an, gibt die gestückelten Tomaten und die Gewürze dazu, lässt alles fünf Minuten in einer Pfanne köcheln, schlägt dann die Eier in die Pfanne, macht den Deckel drauf und wartet zehn Minuten.

Das ganze ist ein sehr gutes Katerfrühstück und man kann auch Feta reinkippen, falls es jemandem zu gesund sein sollte. Käse geht ja eh immer.

Essen gehen finde ich in 90 Prozent aller Fälle aber immer noch besser als selber kochen. Und da ich ständig essen gehe, kann ich kaum alles auflisten. Aber ein paar Highlights gab es 2017 schon.

Cocoro in Kreuzberg

Das Cocoro am Mehringdamm ist ein japanisches Restaurant. Sushi gibt es hier trotzdem keines. Dafür aber japanische Reisbowls z.B. mit Tofu und Teryaki-Soße oder aber Udon-Nudelsuppen und gesalzene Edamame als Vorspeise. Zudem ist das Cocoro sehr klein, sehr gemütlich und auf mich zumindest wirkt es sehr authentisch. Ich war aber noch nie in Japan und vermute daher nur wild bzw. vertraue den Rezensionen.

Rembrandt Burger in Friedrichshain

Ich liebe, liebe Süßkartoffelpommes. Und nicht ganz so sehr, aber immer noch ziemlich dolle, gute (vegetarische) Burger. In Berlin gibt es zum Glück viele Läden, die beides verkaufen. Rembrandt Burger in Friedrichshain zählt dazu, liegt ganz nett, hat annehmbare Preise. Und vor allem: die Burger gibt es auch im Miniaturformat. Also für alle Leute, die sich beim Burgeressen genauso gerne komplett einsauen wie ich. Oder eben mal keinen ganzen Burger essen wollen (damit mehr Süßkartoffelpommes in den Bauch passen).

Valladares in Moabit

Moabit kommt. Wahrscheinlich in etwa so wie der Wedding. Schöne Ecken gibt es dort auf jeden Fall. Und das Valladares. Wer auf veganes Gyros, vegetarische Yakitorispieße mit leckeren Dips und vegane Burger steht, ist hier richtig. Das Frühstück ist übrigens auch lecker, besonders das Rührtofu. Und richtig viel. Zudem kann man gut gemütlich rumsitzen und zum Schluss im hauseigenen veganen „Supermarkt“ noch Proviant für zuhause mitnehmen.

So ähnlich kann das Jahr weitergehen. Also zumindest an dieser Front. Über die weltpolitische Lage…. nunja sprechen wir nicht darüber. Nicht heute.

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